Die Bücher von Doris Lessing in richtiger Reihenfolge

Biografie zu Doris Lessing

Geburtsjahr: 1919 | Geburtsort: Persien

Wir schreiben das Jahr 1919. Ungefähr zwei Monate nach dem Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung wird im Iran ein Mädchen geboren, das die Literaturwelt später erheblich prägen wird. Doris Lessing, so ihr Name, war eine Koryphäe auf ihrem Gebiet. Ihre Werke, vor allem „Das Goldene Notizbuch“, zählen zu den Meilensteinen der klassischen Frauenliteratur.  

Sofort zur richtigen Reihenfolge >>

Lessing kam als Tochter einer seelisch angeschlagenen Krankenschwester namens Emily zur Welt. Emily hatten den Tod ihrer großen Liebe zu verkraften, die in den Wirren des Ersten Weltkrieges gefallen war. In tiefer Trauer und aus Mitleid heiratete sie den Veteran Alfred Taylor, Lessings späteren Vater. Auch er war von den Gräueltaten der Großmächte schwer gezeichnet. Da Alfred nicht länger in Großbritannien bleiben wollte, zog er mit seiner Frau nach Persien. Hier fand er einen Arbeitsplatz als Bankangestellter.  

Mit zarten sechs Jahren ging es für die kleine Lessing nach Simbabwe, wo ihre Eltern von einem wohlhabenden Leben träumten. Sie erwarben eine riesige Maisfarm, die jedoch nicht das gewünschte Geld abwarf. Ganz im Gegenteil: Die Familie geriet an den Rand des finanziellen Ruins. Lessings Mutter war oft frustriert und ließ ihre schlechte Laune an ihrer Tochter aus, während ihr jüngerer Bruder viel Zuneigung und Liebe erfuhr.  

Durch die Traumata und Rastlosigkeit ihrer Eltern durchlebte Lessing zermürbende Kindheits- und Jugendjahre. Nachdem sie mit 14 Jahren die Schule abgebrochen hatte, verdingte sie sich zunächst als Kindermädchen. Schon in dieser Zeit versuchte sie, ihre Sorgen und Nöte in der Literatur zu verarbeiten. 

Doris Lessing war gerade einmal 20 Jahre alt, als sie eine Familie gründete. Sie wurde zwischen 1939 und 1943 zweimal schwanger, bereute die Geburt ihrer Kinder jedoch später. “​​Nichts ist langweiliger für eine intelligente Frau als endlose Zeit mit kleinen Kindern zu verbringen. Ich merkte, dass ich nicht die erste Wahl für Kindererziehung war. Ich hätte als Alkoholikerin oder als frustrierte Intellektuelle wie meine Mutter enden können”, sagte sie nach der Trennung von ihrem ersten Mann. Zwei Jahre danach, 1945, heiratete Lessing den deutschen Diplomaten Gottfried Lessing, mit dem sie einen weiteren Sohn zeugte.

Lessings publizistische Karriere begann Anfang der 1950er Jahre, nachdem sie zuvor nach Großbritannien übergesiedelt war. In ihrem Erstlingswerk “Afrikanische Tragödie”, das 2007 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, verarbeitete die Autorin eigene Kindheitserfahrungen. Die Erzählung folgt dem Leben der Bäuerin Mary. Diese hat nicht nur mit dem wirtschaftlichen Untergang ihrer Farm zu kämpfen, sondern auch mit einer unbefriedigenden Ehe. Neben einem fesselnden Familiendrama thematisiert Lessing das konfliktäre Verhältnis zwischen dunkel- und hellhäutigen Menschen sowie das gesellschaftliche Leben in den Fängen einer Kolonialherrschaft. 

Doris Lessing verstarb mit 94 Jahren am 17. November 2013 in London. Für einige Literaturkritiker zählt sie neben Virginia Woolf zu den renommiertesten Publizistinnen des 20. Jahrhunderts. Das Stockholmer Nobelpreiskomitee bezeichnete sie “als [eine] Epikerin weiblicher Erfahrung”.

Lesetipp: Das Goldene Notizbuch

 Mit „Das Goldene Notizbuch“ schuf Doris Lessing eines der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum des Geschehens stehen die beiden Frauen Anna Wulf, beruflich Autorin, und die Darstellerin Molly Jacobs. Die beiden alleinerziehenden und geschiedenen Mütter gehen im Laufe der Handlung verschiedene Beziehungen ein und durchstehen gemeinsam die Höhen und Tiefen des Lebens. Ergänzt wird die Geschichte von den Texten aus Annas Notizbüchern, darunter auch das titelgebende goldene Notizbuch. 

Für Literaturwissenschaftler gilt das bewegende Schicksal über die zwei emanzipierten Hauptcharaktere zweifellos als Lessings Hauptwerk. Die Autorin trumpfte nicht nur mit einer für damalige Zeiten höchst innovativen literarischen Struktur auf – sie kreierte ein Werk, das weibliche Stärke und Intellektualität auf außergewöhnliche Weise behandelt.

Das goldene Notizbuch. Roman *
Lessing, Doris (Autor)

Recherchierte Reihenfolge(n)

Verraten Sie uns

Hat Ihnen das zuletzt gelesene Buch von Doris Lessing gefallen?


Anzeige

Doris Lessing: Reihenfolgen der Bücher  >

Alle deutschsprachigen Einzelwerke in richtiger Reihenfolge >

Menü