– Geschrieben von Kerem –

Lesetipps aus dem September 2023

Liebe Leserin, lieber Leser,

im September 2023 starten wir endlich unsere lang geplante monatlichen Ausgabe „Lesetipps“. Tauche mit uns in die faszinierende Welt der Bücher ein und entdecke eine große Quelle an spannenden Neuererscheinungen, Bestsellern und persönlichen Leseempfehlungen von Kerem und Jere. 

Autor des Monats

Sebastian Fitzek

Unser Autor des Monats September ist kein Geringerer als Sebastian Fitzek, der aktuell wieder einmal prominent auf der Spiegel-Bestsellerliste steht – wo er kaum noch wegzudenken ist. Doch zur Abwechslung ist es mal nicht einer seiner hochspannenden Thriller, sondern der sehr amüsante Roman „Elternabend“. Wie schon in „Der erste letzte Tag“ beweist Fitzek hier seinen großartigen Humor und seine gute Beobachtungsgabe. So bietet das Buch die perfekte Lektüre für den Herbstanfang, wo wir die letzten langen Tage in der Abendsonne noch genießen können – eine gute Mischung aus Ernsthaftem und Humorvollem passend zur Jahreszeit.

Fitzek, der eigentlich nie Autor werden wollte, ist seit seinem Debütroman im Jahr 2006 zu einem der beliebtesten deutschen Autoren avanciert, auch wenn manche Kritiker kein gutes Haar an seinem literarischen Werk lassen. Der Erfolg gibt ihm Recht und seinen treuen Fans wird es herzlich egal sein. Zum Schreiben kam er, als er im Wartezimmer eines Orthopäden saß und sich fragte: „Was, wenn meine Freundin nie wieder aus dem Praxiszimmer herauskommt?“. Daraus entstand sein erster Thriller: „Die Therapie“, der ihm auf Anhieb zum großen Durchbruch verhalf. Danach folgte eine bemerkenswerte Karriere als Autor, die in Deutschland seinesgleichen sucht.

Neuerscheinung des Monats

Das Alphabet bis S

Der mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnete Autor Navid Kermani legt mit „Das Alphabet bis S“ seinen lange ersehnten neuen Roman vor. Mit vielen Buchbetrachtungen, Zitaten und essayistischen Passagen ist es aber, wie man es von Kermani schon kennt, nicht einfach nur ein Roman, sondern beinahe ein Sachbuch das im Gewand eines Romans erscheint.

Das wortgewaltige Werk erzählt praktisch nur zwischendurch die Geschichte einer Schriftstellerin, die es nach ganz oben schafft und doch kein Glück findet. Ihre Ehe scheitert und nach dem Tod ihrer Mutter stellt sie ihr gesamtes Leben infrage. Eigentlich sollte sich ihr Mann um die Kinder kümmern, während sie über die Probleme der Welt philosophiert und Bücher schreibt. Jetzt scheint alles verloren. Kermani behandelt auf seine unnachahmliche und meisterhafte Weise große Themen wie Krieg und Religion, aber auch die alltäglichen kleinen Probleme. Ein so wohl noch nie dagewesenes Buch ist deswegen für uns die Neuerscheinung des Monats.

Bestseller des Monats

Regen – Eine Liebeserklärung

Der internationale Bestsellerautor Ferdinand von Schirach verkauft seine spannenden und intelligenten Krimis in über vierzig Ländern. Sein außergewöhnlicher Stil wurde vom Independent schon mit Kafka verglichen. Für viele Literaturkritiker ist er einer der bedeutendsten europäischen Autoren der Gegenwart.
Sein neues Werk „Regen – Eine Liebeserklärung“ ist eine gewagte Erzählung in Form eines Theatermonologs, den der Autor auf ausgewählten Bühnen bald selbst vortragen will. Die Hauptfigur wird praktisch gegen seinen Willen zum Schöffen ans Gericht berufen. Der Mann befindet sich in einer Lebenskrise. Nach dem ersten Verhandlungstag geht er in eine Bar und beginnt, über Schuld und Strafe, über Gerechtigkeit und das Leben an sich nachzudenken. Der studierte Jurist Schirach ist hier voll in seinem Element und liefert ein beeindruckendes und interessantes Buch, das seine weltweite Fangemeinschaft begeistern wird. Der Autor ist aber nicht beschränkt auf eine juristische Sicht, sondern geht weit darüber hinaus und verarbeitet existenzielle Fragen der Menschheit. Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste hat er mit dem gewagten Werk schon erreicht und ist so unser Bestseller des Monats.

Von Kerem gelesen

Der Anschlag

Meine persönliche Leseempfehlung für den September ist Stephen Kings „Der Anschlag“. Das Buch ist der erste Zeitreiseroman des Autors und beweist, dass King zu den bemerkenswertesten amerikanischen Geschichtenerzählern der Gegenwart gehört. Die Hauptfigur ist ein Lehrer, der in die 1950er-Jahre zurück reist und versucht, das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern.

King, der bereits mehr als fünfzig Bücher geschrieben hat, nimmt die LeserInnen mit in die nostalgische Vergangenheit der USA. Natürlich kommen auch die für den Autor typischen Horrorszenen vor. Trotzdem ist es ein außergewöhnlicher Roman für King, der einen immensen Rechercheaufwand betrieb, um das Attentat auf den Präsidenten realistisch in die Handlung einzubauen. Auch die unzähligen Verschwörungstheorien hat er studiert, bevor er sich an die Arbeit machte. Die Idee zu dem Buch hatte er eigentlich schon während seiner Zeit auf dem College, doch wegen des großen Aufwands entschied er sich dagegen, außerdem waren die Wunden neun Jahre nach dem Mord noch zu groß. Das mehr als siebenhundert Seiten umfassende Werk behandelt eine interessante Mischung aus politischen und gesellschaftlichen Themen, die einen nicht mehr loslassen. Ich glaube, nicht nur eingefleischte „King-Fans“ werden das Buch verschlingen.

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